Tabelle 1
Lernziele der Lehrveranstaltung „Arbeitsmedizin und Prävention“ und deren Zuordnung zu den Lernzielstufen der kognitiven Leistungsdimension in Anlehnung an Bloom (Bloom, 1972)
| Lernzielstufe | Lernziel | Testaufgabe | Lösung | ||
|---|---|---|---|---|---|
| Wissen, Kenntnisse | 1a | Erkennen der richtigen Definition zu tätigkeitsassoziierten Erkrankungen | Bitte kreuzen Sie jene Definition an, die Ihrer Meinung nach auf Tätigkeitsassoziierte Erkrankungen zutrifft | Tätigkeitsassoziierte Erkrankungen sind Beschwerdebilder, ☑ bei denen die Arbeit ein signifikanter Entstehungsfaktor ist. ☒bei denen die Arbeit der einzige Entstehungsfaktor ist. ☒ die wissenschaftlich nachgewiesen eindeutig durch Einwirkungen eines bestimmten Belastungsfaktors am Arbeitsplatz entstanden sind. ☒ die bei Personengruppen durch bestimmte Belastungsfaktoren der Arbeit signifikant häufiger auftreten. | |
| 1b | Identifizieren von Kernaufgaben der Physiotherapie im interprofessionellen Berufsfeld der Arbeitsmedizin | Bitte kreuzen Sie jene Items an, die Ihrer Meinung nach zu den Kernaufgaben einer Physiotherapeutin/ eines Physiotherapeuten im Betrieb/Unternehmen zählen | ☑Identifizierung von Belastungsfaktoren ☑ Motivation zur Auseinandersetzung mit der Gesundheit ☑ Arbeitsplatzanalysen ☑ Arbeitsplatzgestaltung ☑ Anpassung der Arbeit an den Menschen | ☒Unfallverhütung ☒ Vorsorgeuntersuchungen ☒ Aufstellung von Grenzwerten ☒ Beschäftigung der Mitarbeitenden entsprechend ihrer individuellen Eignung ☒ Behandlung von Patienten/-innen mit Berufskrankheiten | |
| Verständnis | 2a | Verstehen von Belastungsfaktoren als Resultat der Arbeitsumgebung | Bitte kreuzen Sie jene Belastungen am Arbeitsplatz an, die Ihrer Meinung nach aus der Arbeitsumgebung resultieren | ☑Schadstoffe ☑ Lärm ☑ Vibration ☑ Beleuchtung | ☒Arbeitszeit ☒ Informationsaufnahme und -verarbeitung ☒ Monotonie ☒ Zeitdruck |
| 2b | Aufgabenfelder der Verhältnisergonomie aus dem Begriffsverständnis in einem interprofessionellen Kontext ableiten | Bitte kreuzen Sie jene Items an, die Ihrer Meinung nach beschreiben, womit sich die Verhältnisergonomie beschäftigt | Verhältnisergonomie beschäftigt sich mit ☑ der Interaktion von Mensch und technischen Systemen. ☑ der Gestaltung der Arbeitsumwelt. ☑ der Gestaltung der Freizeitumwelt. ☑ der Entwicklung von Regeln zur Arbeitsplatzgestaltung. | ☒der Förderung individuellen, gesundheitsgerechten Verhaltens. ☒ der Gestaltung der Arbeitsaufgabe. ☒ der Anpassung der Arbeitsorganisation. | |
| Anwendung | 3 | Belastungs- und Beanspruchungsmodell auf Aussagen zur Relation zwischen Belastung und Beanspruchung anwenden | Bitte kreuzen Sie jene Aussagen an, die Ihrer Meinung nach auf das Belastungs-Beanspruchungs-Modell zutreffen | ☑Belastung ist abhängig von Belastungshöhe und Dauer. ☑ Die Dauerleistungsgrenze ist individuell. ☑ Die Beanspruchung ist individuell. ☑ Individuelle Ressourcen können die Beanspruchung reduzieren. | ☒Jede Belastung erzeugt Ermüdung. ☒ Beanspruchung ist gegeben, wenn Ermüdung einsetzt. ☒ Beanspruchung setzt durch Überschreiten der Dauerleistungsgrenze ein. ☒ Individuelle Ressourcen können die Belastung reduzieren. |
| Analyse | 4 | Strukturieren von Elementen eines Angebots auf der Basis des Physiotherapeutischen Prozesses Erkennen von Zusammenhängen, Differenzieren nach Reihenfolge | Ein Unternehmen schreibt ein Projekt zur betrieblichen Gesundheitsförderung aus. Sie als PT bewerben sich und legen nach erfolgter Arbeitsplatzbegehung ein Angebot vor. Bringen Sie die Elemente des Angebots auf der Basis des PT-Prozesses in eine sinnvolle Reihenfolge | Vorgegebene Items in richtiger Reihenfolge: 1. Tätigkeitsanalyse 2. Bewertung der Arbeitsleistung 3. Identifizierte Belastungsfaktoren 4. Beitragende Faktoren 5. Zieldefinition der PT-Intervention | 6. oder 7. Maßnahmen zur Optimierung der Pausengestaltung 6. oder 7. Maßnahmen der Verhältnis-u./o. Verhaltensergonomie 8. Setting der PT-Intervention 9. Materialien für die PT-Intervention 10. Kostendarstellung |
[i] a=monodisziplinäre Aspekte stehen im Vordergrund; b= interdisziplinäre Aspekte stehen im Vordergrund; ☑ richtige Antwort; ☒ falsche Antwort

Abbildung 1
Studiendesign und Teilnehmenden-Flussdiagramm
a SS=Sommersemester, in dem die Lehrveranstaltung stattgefunden hat
b Durchschnittliches Prüfungsergebnis aller im Beobachtungssemester abgeschlossenen Lehrveranstaltungen
c Einschätzungen auf einer Likert-Skala zu vier Lernzielstufen der affektiven Leistungsdimension nach Krathwohl (CEDEFOP, 2009)
d Sechs Fragen zu vier Lernzielstufen der kognitiven Leistungsdimension in Anlehnung an Bloom (Bloom, 1972)
Tabelle 2
Allgemeine Charakteristika der vier Stichproben-Kohorten, getrennt nach Assessments zur kognitiven und affektiven Leistungsdimension
| Kohorte 1, kognitiva SSc 13 (n=110) | Kohorte 2, kognitiv SS 14 (n=99) | Kohorte 2, affektivb SS 14 (n=109) | Kohorte 3, affektiv SS 15 (n=98) | Kohorte 4, affektiv SS 16 (n=103) | |
|---|---|---|---|---|---|
| Geschlecht: n (%) | Md: 28 (25,5%) We: 82 (74,5%) | M: 27 (27,3%) W: 72 (72,7%) | M: 32 (29,4%) W: 77 (70,6%) | M: 33 (33,7%) W: 65 (66,3%) | M: 33 (32,0%) W: 70 (68,0%) |
| Alterf: MW (SD) | 23,6 (4,7) | 23,2 (4,9) | 23,4 (5,3) | 23,0 (4,3) | 23,2 (3,4) |
| Zulassungsvoraussetzung: n (%) | AHSg: 72 (65,5%) BHSh: 32 (29,1%) Sonstigei: 6 (5,5%) | AHS: 61 (61,6%) BHS: 32 (32,3%) Sonstige: 6 (6,1%) | AHS: 66 (60,6%) BHS: 32 (29,4%) Sonstige: 8 (7,3%) Nostrij: 3 (2,8%) | AHS: 62 (63,3%) BHS: 27 (27,6%) Sonstige: 9 (9,2%) | AHS: 60 (58,3%) BHS: 31 (30,1%) Sonstige: 11 (10,7%) Nostri :1 (1,0%) |
a Stichprobe zum Assessment der kognitiven Leistungsdimension 1,5 Jahre nach Abschluss der Lehrveranstaltung im SS13 (Kohorte 1) bzw. im SS14 (Kohorte 2)
b Stichprobe zum Assessment der affektiven Leistungsdimension unmittelbar nach Abschluss der Lehrveranstaltung
f Alter in Jahren zum Zeitpunkt des Abschlusses der Lehrveranstaltung; MW = Mittelwert; SD = Standardabweichung
Tabelle 3
Ergebnisse des Tests und Zuordnung zu den Lernzielstufen der kognitiven Leistungsdimension in Anlehnung an Bloom (Bloom, 1972)
| Lernzielstufe | Blended-Learning-Kohorte 2 Median 25%- und 75%-Quartile (n=94) | Kontroll-Kohorte 1 Median 25%- und 75%-Quartile (n=93) | p Wert | Effektgröße | ||
|---|---|---|---|---|---|---|
| r(Z/√n) | r2 × 100 | |||||
| Wissen Kenntnisse | 1b | 80 | 80 | 0,008* | –0,195 | 3,80% |
| 80;90 | 70;90 | |||||
| Verständnis | 2a | 87,5 | 87,5 | 0,023* | –0,166 | 2,77% |
| 75;100 | 62,5;100 | |||||
| 2b | 57,1 | 57,1 | 0,896 | –0,010 | 0,01% | |
| 42,9;71,4 | 42,9;71,4 | |||||
| Anwendung | 3 | 87,5 | 87,5 | 0,672 | –0,031 | 0,10% |
| 75;100 | 75;100 | |||||
| Analyse | 4 | 50 | 70 | 0,000* | –0,333 | 11,10% |
| 40;70 | 60;80 | |||||
a = monoprofessionelle Aspekte stehen im Vordergrund; b = interprofessionelle Aspekte stehen im Vordergrund Wertung von 0 bis 100: 0 = keine richtige Antwort; 100 = vollständig richtig beantwortete Testaufgabe
* signifikanter Unterschied zwischen der Blended-Learning- und der Kontroll-Kohorte (Mann-Whitney-U-Test) Anmerkung: Resultat der Lernzielstufe 1a mit dichotomer Merkmalsausprägung (X2(1, n=187)=2,20, p=0,18)

Abbildung 2
Testergebnisse der Blended-Learning-Kohorte 2 (n=93) und Kontroll-Kohorte 1 (n=94) 1,5 Jahre nach Abschluss der Lehrveranstaltung
1b: 0=0,01;2a: p=0,02; 2b: p=0,90; 3: p=0,67; 4: p<0,01
Tabelle 4
Ergebnisse des Einschätzungsbogens und Zuordnung zu den Lernzielstufen der affektiven Leistungsdimension nach Krathwohl (CEDEFOP, 2009)
| Lernzielstufe | Lernziel der Lehrveranstaltung „Arbeitsmedizin und Prävention“ | Likert Skala (Häufi gkeiten) | Median 25%-; 75%-Quantile | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
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| 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | |||||
| 1 Wertbeachtung | Bewusstsein über Sachverhalte und Klarheit über Aufgaben erlangen | Die Aufgaben waren klar, ich habe gewusst, was wann zu tun ist. | 44 | 96 | 92 | 39 | 9 | 2 | Ich habe mich nicht ausgekannt, es war total verwirrend. | 3 2;3 |
| 3 Wertung | Begründete Entscheidungsfindung, infrage stellen von Sachverhalten auf der Basis vertiefter inhaltlicher Auseinandersetzung | Ich war viel mehr bei der Sache als bei einer Vorlesung, ich habe mich in die Materie eingearbeitet. | 23 | 90 | 102 | 50 | 12 | 5 | Ich habe nur die Aufgaben abgearbeitet, nur schnell alles hinter mich gebracht, eigentlich weiß ich gar nicht, worum es wirklich ging. | 3 2;3 |
| Effektive Teamarbeit zeigen, im interprofessionellen Team argumentieren, überzeugen, widerlegen | Wir hatten Spaß an der Teamarbeit, wir haben die Arbeit gut aufgeteilt und uns gegenseitig unterstützt. | 149 | 94 | 32 | 3 | 4 | 0 | Ich hätte das lieber alleine gemacht, es war echt mühsam, wir konnten uns nicht einigen. | 1 1;2 | |
| 4 Wertordnung | Rollenverständnis entwickeln, im Rahmen einer Präsentation und Diskussion verteidigen, formulieren, verändern, priorisieren | Hat Spaß gemacht, die Rollen einfach mal auszuprobieren, habe ein paar wertvolle Erfahrungen mitgenommen. | 84 | 110 | 59 | 20 | 8 | 1 | Absolut überflüssig, dabei habe ich gar nichts gelernt, was soll das überhaupt? | 2 1;3 |
| Werte festlegen und organisieren, das interprofessionelle Berufsfeld der Arbeitsmedizin erfassen | Ich habe eine Vorstellung davon, was Physiotherapeuten/-innen in der Arbeitsmedizin machen und wie man so ein Angebot angeht. | 80 | 117 | 73 | 11 | 1 | 0 | Ich habe gar nichts dazugelernt, keine Ahnung was man als Physiotherapeut/-in in der Arbeitsmedizin so macht. | 2 1;3 | |
[i] Anmerkung: Resultate der Lernzielstufe 2 (Wertbeantwortung) korrespondieren nicht mit der 6-stufigen Likert Skala. 6% der Studierenden gaben hierbei an „überfordert“ zu sein, 91% gaben an „genau richtig gefordert“ zu sein und 3% gaben an „unterfordert“ zu sein.






