Ein Vergleich des Zikadenvorkommens in der Reblaubwand und im weingartennahen Waldrand an den Südwesthängen des Leithagebirges
Abstract
In den Jahren 2015, 2017 und 2019 wurde die Zikadenfauna in der Reblaubwand einiger an das westliche Leithagebirge angrenzender Weingärten (Umgebung von Eisenstadt) mittels Klebfallen erhoben, 2017 und 2019 wurde auch der nahe Waldrand beprobt. Insgesamt wurden 87 Arten registriert. In der Reblaubwand wurden mehr Arten (71 Spezies), aber nur halb so viele Individuen nachgewiesen als am Waldrand (48 Spezies). Komposition und Häufigkeit der Arten dienten einem multivariaten Vergleich der Standorte. Die Zikaden-Faunenprofile von Waldrand und Rebenlaub unterschieden sich sehr deutlich voneinander, während die geographische Nähe sich in dem eher kleinräumigen Untersuchungsgebiet (maximale Entfernung Luftlinie ca. 10 km) kaum auswirkte. Die Fauna einer vernachlässigten Rebanlage erwies sich als deutlich reicher als jene gut gepflegter Weingärten. Zum Weingartenzentrum hin bildet sich eine reblaubtypische Fauna aus, während zum Rand hin das Zikadenspektrum zwischen den Standorten stärker divergiert.
Für die Zikadenarten und -gattungen mit den höchsten Fangzahlen und jenen, von denen bekannt ist, dass sie Nutzpflanzen direkt oder als Pathogenüberträger schädigen können, wurde die Fanghäufigkeit am Waldrand und im Reblaub verglichen und mithilfe von Mittelwertsvergleichsverfahren für verbundene Stichproben untersucht. Insgesamt wurden 17 Nutzpflanzen schädigende Arten festgestellt, darunter die Phytoplasmenvektoren Scophoideus titonus, Dictyophoro europoeo, dyoiesřhes obsoieŕus, Orienřus ishidoe und Repŕoius ponzeri. Die beiden letztgenannten Arten sind am Waldrand signifikant häufiger als im Weingarten.
Die Untersuchungen haben gezeigt, dass auch dem Umfeld von Rebanlagen bei der Analyse des Schädlingsspektrums einerseits, wie auch der Erhebung der Artenvielfalt andererseits, Aufmerksamkeit gezollt werden muss.
© 2026 Wolfgang Tiefenbrunner, Gerhard Leitner, Helmut Gangl, published by High School and Federal Office of Viticulture and Pomology
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