Abstract
Dauergrünlandböden sind in Österreich aufgrund ihrer hohen Humusvorräte und beträchtlichen Flächengröße wichtige Speicher von organischem Kohlenstoff (C). Im Dauergrünland werden ca. 90 % vom gesamten organischen Kohlenstoffvorrat im Boden gespeichert. In österreichischen Dauergrünlandböden beträgt der Vorrat an organischem Bodenkohlenstoff in 0–30 cm Bodentiefe im Durchschnitt 93 t C pro Hektar. Beträchtliche Mengen an organischem C (> 40 %) werden im Unterboden (10–50 cm) gespeichert. Unterböden haben ein großes Potenzial zur langfristigen Bodenkohlenstoffsequestrierung. Klima, Bodeneigenschaften und Bodenmerkmale (insbesondere Bodenwasserhaushalt, Bodengründigkeit), Vegetationstyp (Wurzelmasse) und Bewirtschaftungsintensität prägen den Humusvorrat von Dauergrünlandböden. Pflanzenwurzeln und kohlenstoffreiche organische Dünger (Mist, Stallmistkompost) haben für die Humusbildung eine zentrale Bedeutung. Im Dauergrünland ist die Bodenkohlenstoffspeicherung bei mittlerer Bewirtschaftungsintensität (Viehbesatz: 1,2-1,5 GVE pro ha, 2–4 Schnittnutzungen pro Jahr, jährliche entzugsorientierte Düngung mit Mist oder Stallmistkompost) am höchsten. Eine Humusanreicherung erfolgt in Dauergrünlandböden sehr langsam und ist nur bis zur Erreichung des höchstmöglichen lokalen Ertragspotenzials sinnvoll. Humuserhaltende Maßnahmen sowie Maßnahmen zur Verbesserung der Humusqualität und zur Beschleunigung des jährlichen Humusumsatzes im Boden sind wichtiger als jene zur Erhöhung des Humusvorrats im Boden. Bei der Umsetzung von humussteigernden Maßnahmen müssen Nebenwirkungen und Zusatznutzen berücksichtigt werden. Eine Bodenkohlenstoffsequestrierung kann im Dauergrünland Zielkonflikte zwischen Klima- und Naturschutz auslösen.