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Multiperspektivität oder: Konstruktive Blicke in die Grenzregionen philosophischer Esoterik Cover

Multiperspektivität oder: Konstruktive Blicke in die Grenzregionen philosophischer Esoterik

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Open Access
|Jul 2026

Abstract

Im Band 2 der Steiner-Studies erschien im Jahre 2021 der Aufsatz „Esoterologie – Ein philosophischer Beitrag zur Esoterikforschung.“ Darin spricht sich der Verfasser für eine stärkere Berücksichtigung der seit Platon und Aristoteles diskutierten spezifisch philosophischen Perspektive auf das multiple Spannungsverhältnis von Esoterik und Exoterik aus.

Der vorliegende Beitrag knüpft an die 2021 entwickelten Überlegungen an und führt sie in zwei Schritten weiter. Zum einen wird im ersten Teil das Blickfeld philosophischer Esoterik exemplarisch, über das 2021 eingeführte Modell von Rainer Marten hinaus, auf einige gewichtige, implizit oder explizit esoterische Denkansätze in der Philosophie des 20. und 21. Jahrhunderts ausgeweitet. Anknüpfend an Rainer Marten und Martin Heidegger wird zunächst der Richtungsimpuls der esoterisch-exoterischen Wechselbeziehung thematisiert. Unter den Stichworten „poröses“ und „gepuffertes Selbst“ stehen dann bei Charles Taylor respektive William James die kulturprägende Substanzialität spiritueller Ideen und Erfahrungen im Zentrum der Erörterung. Mit Jürgen Habermas und Wolfgang Janke wird schließlich die unaufgebbare Dimension der Transzendenz (Habermas) multiperspektivisch, differenzierend im Hinblick auf unterschiedliche Zugänge und Darstellungsformen wahrheitsfähiger Sinnstiftung ausgelegt. Selbstverständlich hätten weitere philosophische Stimmen in dieser Sache zu Worte kommen können oder gar müssen. Etwa Friedrich Nietzsches Also sprach Zarathustra, Max Schelers Die Stellung des Menschen im Kosmos oder Karl Jaspers Chiffren der Transzendenz u.a. Da es in diesem Beitrag aber vor allem um die Öffnung des inneranthroposophischen Diskurses für ‚außeranthroposophische‘, insbesondere philosophische Debattenfelder zum Thema Esoterik geht, sollte es ausreichen, eine spezifische Auswahl von Denkern des 20. und 21. Jahrhunderts aufzuzeigen, die, so unterschiedlich sie auch im Ganzen ihrer Denkansätze sein mögen, gleichwohl zentrale Aspekte esoterischen Denkens in ihren Philosophien erkennen lassen.

Im zweiten Schritt wird unter dem Stichwort Monistischer Multiperspektivismus versucht, das Besondere der philosophisch-anthroposophischen Esoterik Rudolf Steiners in den im ersten Teil entworfenen esoterologischen Kontext einzuordnen, um die Anthroposophieforschung anzuregen, Steiners Werk auch aus und in diesem Kontext zu verstehen und auszulegen. In diesem Zusammengang wird schließlich – unter Hinweis auf einen erweiterten Kunstbegriff – der Vorschlag unterbreitet, die künstlerisch integrierende Lebensform des eurythmischen Tanzes als originellen Kulminationspunkt des monistischen Perspektivismus der Anthroposophie Rudolf Steiners in Betracht zu ziehen.

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Language: German
Published on: Jul 6, 2026
Published by: frommann-holzboog
In partnership with: Paradigm Publishing Services

© 2026 Hartmut Traub, published by frommann-holzboog
This work is licensed under the Creative Commons Attribution 4.0 License.